Bibelgedanken

Die Bibel inspiriert mich immer wieder, beschenkt mich mit Gedanken, Einsichten, Erkenntnissen für mein Leben. Diese Worte haben mit mir, mit meiner Welt, mit meinem Leben, mit dem Hier und Heute zu tun. 

Das heilige Buch der Christen hat auch eine heilende Wirkung auf uns, wenn wir es zulassen können, dass Gottes Wort uns berührt. Unbequem manchmal, fordernd und auffordernd zum Handeln. Tröstlich, aufbauend und zärtlich wie der Blick der Liebenden füreinander.

Der Heilige Geist möge meine Worte begleiten auf ihrem Weg durch das Netz und vielleicht in dein Herz.

 

 

"Kann denn eine Mutter ihr Kind vergessen? Ich vergesse dich nicht.

Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände." Jes 49,15

 

Dein Wort, deine Zusage

auf der Zunge zergehen lassen. 

Zergehen lassen und verkosten,

wie süß-schmelzende Schokolade.

 

Langsam, bedächtig genießen.

In alle Winkel verteilen. 

Aufnehmen mit allen Zellen.

Es aufsaugen,

begierig sich einverleiben,

um ganz damit erfüllt zu werden.

 

Den süßen Schmerz im Herzen spüren.

Das leise Ziehen der Sehnsucht.

Die Seele fliegen lassen, wie einen Vogel.

Hinaus in den Nachthimmel.

In die samtblaue Dunkelheit,

die alles umhüllt.

 

Gnädige, zärtliche Dunkelheit,

die Hässlichkeiten weichzeichnet und verhüllt.

Mit ihr senkt sich die Stille über die Welt.

Ruhige, friedvolle Stille,

in der der Lärm des Tages sein Ende findet

und rasten darf.

 

Werd still meine Seele

und finde zu dir.

Finde zu dem Geheimnis,

das du bist.

 

In dir, in mir,

klingt das Lied der ewigen Liebe.

Unendliche Melodie,

vor aller Zeit begonnen,

ohne Ende.

 

Da, ohne greifbar,

ohne hörbar zu sein.

Wirklicher als alle Noten.

Tanzend über Violinschlüssel

und Takteinteilungen.

 

Zart berührend

und gleichzeitig mächtig

und tosender als alle Elemente.

 

Seelenlied.

Vibirierend auf den Saiten meiner Sehnsucht.

Dirigiert vom Taktstock der Liebe.

 

Süße Gewissheit,

sich wiegen zu dürfen

in deinen großen, guten Händen.

 

Geborgen zu sein.

Gehalten und bewahrt,

vor den Untiefen des Lebens.

 

 

Mose, Exodus 3 u. 4

 

Was für ein Aufwand Herr!

Plan A, B und dann noch Mose mit seinen Bedenken.

Und du "zürnst" zwar, aber du zwingst ihn nicht.

 

Du zwingst auch mich nicht.

Du nimmst mich an mit meinen Ängsten.

Mit meinem Gefühl der Unzulänglichkeit

und Schwäche.

 

Du zwingst auch mich nicht.

Du rufst mich bei meinem Namen.

Du hast mich so gemacht,

dass ich neugierig bin.

 

Aber du weißt auch,

um mein Zurückscheuen -

"Doch nicht ich!"

"Wie komme ich denn dazu?"

"Es gibt doch viel Berufenere."

 

Du willst genau mich.

Du nimmst mich an.

 

Du bist da

und rufst mich.

 

Vor dem Dornbusch stehen

und sich fragen,

was du mir sagen willst.

Nicht weglaufen.

 

Der erste Schritt.

Du nimmst mich ernst.

Du rufst mich beim Namen.

Es ist die Begegnung,

die Leben verändert.

 

Und das Feuer brennt

und verbrennt nicht.

 

"Ebnet dem Herrn die Wege" Mk 1,3

 

Ankommen bei dir.

Im leeren und doch so erfüllten Raum.

Zwischen Kopf, Verstand und meinen Sinnen.

 

Deine Einladung an mich,

dir alle alten Verletzungen hinzuhalten.

Sie liebevoll anschauen,

sie von dir berühren lassen

und sie in deine Fülle weitergeben.

Du hast einen Platz dafür.

Den einzig richtigen Platz

in deiner Barmherzigkeit.

 

Alle alten Wunden,

Blicke, Gesten, Worte.

Meine Hoppalas, die jemand verletzt haben.

Und dein liebevolles Lächeln,

"Komm Kind,

komm in den unendlichen Raum

meiner Großmut und Barmherzigkeit!"

 

Sein lassen.

Mich verabschieden.

Weitergehen.

Mich tragen lassen, 

wie von Mutter Erde.

Dankbar hineintauchen

in das Meer deiner Barmherzigkeit.

 

Mich tragen lassen von dir.

Verwurzeln.

Meine Wurzeln noch tiefer

in deinen Boden verankern.

Noch mehr Halt bekommen,

damit mich Stürme nicht umwehen können.

 

Alles loslassen,

um mich so sehen zu lernen,

wie du mich siehst.

 

Die Größe begreifen.

Die Würde erahnen

und erschauern

unter der Größe deiner Liebe.

 

Mein Innerstes,

das sich nach dem Heil

in dir sehnt

und dürstet wie eine Pflanze.

 

Mir Raum geben in dir,

um zu wachsen.

Es ist eine Zeit der Begegnung.

 

Ebnet dem Herrn die Wege.

Ebne alle Unebenheiten in mir.

Und lass das Heil

auch in mir einkehren.

 

 

Jesu Begegnung mit der Samariterin, Joh. 4,1 - 20

 

Dir begegnen Herr.

Du sprichst mich an.

Du weißt um meine Fähigkeiten.

Du verlangst nichts Außergewöhnliches,

nichts Unmögliches von mir.

 

Ein Wunsch "Gib mir zu trinken!"

Teile mit mir dieses Wasser.

Teile mit mir deine Mühen.

Ich bin da, und freue mich

wenn du dich mir zuwendest.

 

Es ist Wasser.

Nur  Wasser.

Aber in Samaria lebensnotwendig.

Wüstenbilder aus Israel tauchen auf.

 

Wie dankbar man dort ist

über einen Schluck Wasser.

Mit wie vielen Dingen

haben wir diese Ursehnsucht

doch heute zugedeckt?

 

Das, was uns am Leben hält.

Du fragst genau danach.

Du nimmst die Lebenswirklichkeit dieser Frau wahr.

Ihre Situation, die da ist, ohne sie zu verurteilen.

Ja, so ist es - "Du sagst die Wahrheit."

Sie hat nichts beschönigt dir gegenüber,

sie hat nichts verheimlicht.

Und du nimmst sie an, wie sie ist.

Deswegen nicht weniger würdig,

dir das Wasser zu geben.

 

Und du sagst ihr, 

worum es in Wirklichkeit geht.

Das was bleibt,

was Bestand hat.

Schaust du auch mich an?

 

 

"Der Geist weht wo er will." Joh 3,8

 

Spür ich es nicht?

Dein Geist weht wo er will.

Und manchmal fegt er auch wie ein Sturmwind durch unser Inneres

und säubert uns von unnötigen Verunreinigungen.

Mit Geist und Kraft bist du bei mir

und ich vertraue mich dir an.

 

"Wir werden Gott nicht mehr im Tempel anbeten,

sondern im Geist und in der Wahrheit."

Das ist ein Weg deines Kommens.

Wo du in mir geboren wirst.

Auf ihm gehe ich.

Schritt für Schritt komme ich voran

und lasse es zu, dass du mich manchmal sanft anschieben musst,

weil ich träge geworden bin in meinem Gehen.

 

Aber vielleicht muss man auch manchmal einfach stehenbleiben

und sich selbst, mit dir, ins Angesicht sehen.

Es ist verwirrend,

aber schön und bereichernd zugleich.

 

Mein Weg mit dir.

Wo er hinführt, weiß ich nicht.

Dass dein Kommen schon lange angebrochen ist, spür ich.

 

Wege sind da,

um gegangen zu werden.

Deine Ankunft auf dieser Welt

um dich "begreifen" zu können

und der Durchgang durch mich

zum Unbegreiflichen, zu deiner Herrlichkeit.

 

Es wird still in mir

und dein Kommen schenkt immer wieder den Frieden.

Jeden Tag neu.

Nie selbstverständlich.